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Neue Besucherschichten

für den Plecher Tourismus

Das Kameramuseum hat kein einziges Schulkind vertrieben, aber schon viele Gäste angelockt


Der Blog rund ums Deutsche Kameramuseum - 9. März 2014


Für mehr Kinder in Plech kann das Deutsche Kameramuseum nicht sorgen, aber es bringt neue Besucherschichten in die Marktgemeinde. Besucher, die sonst mit dem Namen Plech nur die gleichnamige Autobahnausfahrt oder gerade noch McDonald's verbinden. Ab und an reisen Gruppen sogar im Bus an.


Norweger, Österreicher, Holländer, Schweizer entdecken Plech


Die Plecher Gastronomie hat nicht nur im Nürnberger und Pegnitzer Raum einen guten Ruf und lebt von je her nicht nur von attraktiven Preisen und zuvorkommendem Service, sondern vor allem auch von der Autobahn A 9.

 

Früher machten die Berliner - wie auch in Trockau - in Plech Station, wenn sie nach der langweiligen und langwierigen Fahrt durch die Zone (Warten an der Grenze, Baustellen und Tempobeschränkungen) auf ihrer Urlaubsreise nach Italien geschafft waren und Stärkung oder ein Nachtquartier suchten.

 

Dann kamen Grenzöffnung, Wiedervereinigung und der Ausbau der Verkehrswege und immer mehr Berliner brausten mit ihren Autos einfach an Plech vorbei.

 

Eine Entwicklung, die auch die Plecher Gastronomie zu spüren bekam. Die Gemeinde steuerte dagegen, siedelte an der Autobahn Rewe und Aldi an, eine Bank und vor allem McDonald's - was einige wenige Plecher aber scheinbar als Teil des Problems, und nicht als Lösung des Problems ansehen. Das dürften die gleichen Leute sein, die auch gegen den Lkw-Parkplatz an der Autobahn sind und die jetzt im Kommunalwahlkampf lautstark, wenn auch nur vereinzelt, auf das neue Museum in der Plecher Grundschule schimpfen und dabei unbekümmert Ursache und Wirkung verwechseln.


Eine Klarstellung, auch wenn es langsam ermüdet


Erst stand aufgrund sinkender Schülerzahlen - wofür die Macher vom Kameramuseum nun wirklich nichts können - und einer Neuorganisation der Hauptschule die halbe Grundschule in Plech leer und dann erst kam das Deutsche Kameramuseum. Der komplette Gemeinderat und die große Mehrheit der Plecher Bevölkerung hat diese Reihenfolge auch nachvollziehen können, längst als Faktum akzeptiert und dem inzwischen weltweit bekannten Museum eine Chance gegeben.


Eine wenige Unbelehrbare meinen aber, im gegenwärtigen Wahlkampf Fakten verdrehen zu müssen und haben sogar die Schließung des Museums als Wahlziel in ihr Programm geschrieben. Damit hätten sie zwar wieder mehr Platz in der Schule, aber noch nicht automatisch mehr Kinder: Die Schülerzahlen sinken immer noch. Dagegen müssten die Damen und Herren Kritiker ganz andere Anstrengungen unternehmen als gegen fünf Jahre alte demokratische und weitsichtige Entscheidungen im Marktgemeinderat anzustänkern. Wenn sie natürlich vor fünf oder sechs Jahren weniger Fernsehen geschaut hätten... - ja dann müsste sich das Kameramuseum heute möglicherweise wegen eines in Oberfranken und Deutschland einmaligen Babybooms im fränkischen Plech um eine andere Bleibe umschauen!

 

Spaß beiseite! Gegen sinkende Geburtenzahlen hilft das Museum nicht wirklich, gegen den Niedergang der Gastronomie schon. Das werden die heimischen Gasthäuser gerne jedermann bestätigen, der sich für sie und ihre Probleme interessiert: Museumsgäste verbinden häufig einen Besuch bei den Kameras mit einem gepflegten Mittagessen oder lassen den Tag beim Kaffeetrinken oder Abendessen ausklingen.

 

Dutzende von auswärtigen Gästen übernachten im Jahr in Plech, wenn sie auf ihren Reisen - etwa von der Schweiz nach Berlin - einen Stopp im Museum einlegen, weil sie sich Zeit nehmen und weil es ihnen in Plech gefällt. Auswärtige Museumshelfer aus dem Norden und Westen Deutschlands verbringen seit Jahren lange Wochenenden oder gar drei Wochen "Arbeits-Urlaub" in Plech - und nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals im Jahr!

 

Das bringt wirklich etwas für den Tourismus, das bringt etwas für das Gewerbegebiet, für die Vermieter von Ferienwohnungen und sogar für Tankstellenbetreiber!


Am vergangenen Wochenende (8./9. März 2014) konnte im Museum wieder eine Gruppe zu einer Sonderführung begrüßt werden: ein Dutzend Besucher vom 1. Fotoclub Neuperlach (München) nebst einem Hochschullehrer aus Schwäbisch Gmünd, der selbst auch schon mehrfach hier in Plech zu Gast war und dabei auch jeweils ein paar Tage die Dienste des heimischen Gastgewerbes in Anspruch genommen hatte.

 

Die Oberbayern reisten am Samstag gegen Mittag an, besichtigten nach dem Mittagessen das Deutsche Kameramuseum und gingen nach dem Abendessen und einer Übernachtung in einem Plecher Gasthaus am Sonntag auf Fotosafari in die nahe Fränkische Schweiz. In zwei Wochen beispielsweise kommen Mitglieder eines Fotoclubs aus dem Stuttgarter Raum, im Juni gibt es in Plech einen Workshop zum Thema Großbildfotografie. Auch diese Besucher lassen Geld in Plech, tragen also zum Tourismus bei.


Museumsgäste verbinden häufig einen Besuch bei den Kameras und Projektoren mit einem gepflegten Mittagessen oder lassen den Tag beim Kaffeetrinken oder Abendessen ausklingen.

In den letzten zwei Jahren konnte das Museum schon Besucher aus den USA, aus Norwegen, Österreich, Italien, der Schweiz und Holland begrüßen. Manche Fotoenthusiasten verbanden einen Abstecher nach Plech mit einer anderen Reise, andere organisierten die Fahrt extra für diesen Besuch im Plecher Museum. Auch der Betzensteiner Zeltplatz und die Neuhauser, Gößweinsteiner, Pottensteiner und Pegnitzer Hotellerie und Gastronomie profitierten mehrfach von diesen Besuchern, die nicht selten später noch einmal wiederkommen.


Es gab am Museum in Plech schon ein Treffen der fränkischen Porsche-914-Fahrer, diverse Fotoclubs aus ganz Deutschland reisten in Bussen an, Sammler aus München mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Nürnberger Seniorengruppen organisierten rund um einen Museumsbesuch einen Rahmenprogramm mit Wanderungen und einen Abstecher ins Wildgehege Hufeisen.

 

Alles noch ausbaufähig - wenn man guten Willens ist... Alles Aktivitäten, von denen der Ort Plech profitiert und damit auch seine Bürger.


Kurt Tauber


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